Rückblick: Ein geniales Auslandssemester
Posted by Stefan Keul | Posted in Allgemein, Auslandssemester | Posted on 27-08-2010
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Ich bin nun seit ein paar Monaten wieder in Deutschland. Wenn ich zurückblicke kann ich voller Überzeugung sagen: “Mein Auslandssemester in Chico war mit das Beste was ich bisher erleben durfte!!!” In diesem Beitrag möchte ich meine gesammelten Eindrücke und Erfahrungen weitergeben.
Studieren in Chico
Alles was ich mir erhofft hatte, wurde auch erfüllt. Ich habe viele neue Leute kennengelernt. Mein Englisch konnte ich mühelos wieder auffrischen. Den Chico Slang habe ich perfekt adaptiert (Das haben mir die Chicoians so bestätigt). Außerdem habe ich einige grundlegende Erfahrungen mitnehmen können. Die Herausforderung in einem fremden Land eine Hochschule zu besuchen, alles erfolgreich abzuschließen, das prägt einen fürs ganze Leben.
In den nächsten Punkten versuche ich zusammenzufassen, was besonders schön und auch vielleicht nur anders war.
- Die Studierenden und Professoren (Note 1)
Allgemein betrachtet kann man sagen, dass die Studierenden mehr Lust und Freude am Studium haben als in Deutschland. Alleine die Identifikation mit der Hochschule ist der Rede Wert. Während des Unterrichts aber auch danach haben sich die Studierenden viel für die Hochschule engagiert. Die Professoren haben mich durch ihren Ehrgeiz und freundliche Art beeindruckt. Keiner meiner Professoren hat sich durch seinen Titel von den Studierenden abheben wollen. Auch das nicht vorhandene “Sie, Herr Prof.” half dabei, informell und effektiv mit den Professoren zu kommunizieren. - Die California State University, Chico (Note 2)
Die CSUC hat nur “16000″ Studierende, präsentiert sich aber in vielen Belangen wie ein der großen Universitäten an der Westküste. Der Ruf des Business College ist einer der Besten an der Westküste. Die Lage ist perfekt für jene, die die Natur lieben. Am Bidwell Park gelegen ist Chico die Location für Outdoor Freunde. Mountainbiking, Wandern, Klettern, Rafting, Snowboarden usw. usw. Die Küste ist 3 Stunden entfernt. Ein Wochenendausflug an den Pazfik ist also auch kein Aufwand. Leider kann ich der CSUC keine 1 geben, da man schon die Auswirkungen des kalifornischen Sparkurses merken konnte. So gab es doch recht viele “Furlough days”. Dies sind Studientage, die aufgrund Sparmaßnahmen ausfallen. - Das Partyleben in Chico (Note 1+++)
In meinen vorangegangen Beiträgen habe ich schon über das Nachtleben in Chico berichtet. Bedenkt man, dass Chico mit rund 80000 Einwohnern ein recht kleine Stadt ist, dann kann man nur sagen, dass Chico eine reine Partystadt ist. In Downtown Chico gibt es jede Menge Clubs und Bars. Keine Bonzenläden sondern einfach perfekte Locations für Studierende. Besonders gute gefallen hat mir das “Bella’s”. Für einen Fußballverrückten Deutschen ist “Bella’s” die Adresse No 1! Auf ca. 10 Flachbildfernsehern wird Fußball gezeigt. Das absolute Highlight sind aber die unzähligen House-Parties die jedes Wochenende stattfinden. Ob mexikanische Feiertage, amerikanische Feiertage oder egal-was Tage … immer wird etwas gefeiert. Man ist überall willkommen! Einfach wie in diesen College-Filmen! Was noch hinzukommt sind die recht niedrigen Preise für Getränke. 4 Dollar für einen Pitcher Bier (microbrew) ist mehr als fair! - Die Stadt Chico (Note 2)
In Chico ist die Zeit in mancher Hinsicht in den 70ern stehen geblieben. Überall endeckt man leichte Hippie-Einflüsse. Wunderschöne Coffee-Shops, Märkte (super Essen, Kunst und bunte Sachen) und den ein oder anderen Hippie auf der Staße. Die Freundlichkeit dieser Menschen hat den ganzen Ort angesteckt. Ein zweiter großer Einflussfaktor ist die umliegende Landwirtschaft. Ob Oliven, Wein, Orangen, Pflaumen, Tomaten, Walsnüsse oder Reis, alles wird in Chico und Umgebung angebaut. Auch wenn man es nicht vermuten mag, die Amis sind hier auf dem absoluten Biotrip. Es wird wieder viel Wert auf natürliche Anbauweisen gelegt. Unter nach anfänglicher Skepsis bin ich jetzt auch Fan von Bio-Produkten. Chico hat nur einen Nachteil. Es ist rund um Chico sehr ländlich. Ohne Auto sitzt man in Chico fest! Ich habe es aber auch 5 Monate ohne auto ausgehalten. - Meine Unterkunft (Note 2)
Meine Unterkunft wurde mir schon vor Anreise vermittelt. Ich habe mir ein Haus mit einer Frau mittleren Alters geteilt. Meine anfängliche Skepsis war völlig unangebracht. Für mich war es die perfekte Lösung. Ich musste mich nicht um eine Einrichtung kümmern, die Miete war fest. dazu hatte ich eine Waschmaschine, Sat-Fernsehen, Internet usw. Die Hauseigentümerin war sehr tolerant und weltoffen. Während der 5 Monate gab es im Grunde genommen nicht ein Problem. Eine 1 kann ich der Unterkunft leider nicht geben, weil man nicht ganz zentral gewohnt hat. Nachts musste man sich ein Taxi nehmen. Tagsüber fuhren busse im 30 Minuten Takt.
Was war nicht so schön:
- Meine Gesundheit
Leider habe mich über Wochen mehrere Halsentzündungen geplagt. Ursache dafür war wohl die extrem hohe Pollenbelastung in Chico. Nach der dritten Runde Antibiotika, hatte ich dies auch im Griff.
- Kein Auto -> Weniger Reisen
Wer viel Rund um Chico sehen möchte, der sollte sich ein Auto organisieren. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind seit den 70ern nicht verbessert worden. - Zu wenig Zeit
Leider musste ich Chico direkt nach dem Semester verlassen. Man sollte definitiv einige Wochen länger einplanen.
Die CSUC ist der perfekte Auslandsuni in den USA, für Studierende, die nicht in einer Großstadt studieren wollen. Kurz: Studieren, Feiern, Outdoor, Outdoor, Outdoor, Feiern und Studieren!
Mit diesem Beitrag möchte ich die Kategorie “Mein Auslandssemester” schliessen. Wer jedoch Fragen zum Auslandssemester in Chico hat, der kann mir diese gerne stellen.
In Zukunft möchte ich mich in diesem Blog auf technische Themen konzentrieren. Dazu gehört der Umgang mit Content Management Systemen (Joomla, WordPress, Modxcms, Drupal), Dokumenten Management Systemen (Alfresco) und allgemein Wissensmanagement. Auch die ein oder andere Meinung zu aktuellen Themen wird hier zu finden sein.




Das Visa ist laut Ablaufdatum bis 02.12.2014 gültig, jedoch wird meine erlaubte Aufenthaltsdauer bei der Einreise festgelegt. Da es sich um ein F-1 Visum handelt, darf ich 30 Tage vor Semesterbeginn und 60 Tage nach Semesterende im Land sein. So kann ich mich vor dem Semester schon etwas einleben. Auch nach dem Semester habe ich etwas Zeit für ein Kurzreise entlang der Westküste.
Mein jetziger Status ist, dass ich auf mein beantragtes Visum warte. Nachdem ich heute persönlich mit meinen Unterlagen im Frankfurter US-Konsulat erscheinen musste, sollte es nicht mehr lange dauern bis ich meinen Reisepass plus Visa erhalte. Obwohl man weiss, dass es eigentlich keine Probleme damit geben sollte, wartet man ungeduldig auf die Post vom Konsulat. Danach kann ich die letzten Vorbereitungen treffen.
